Wissenschaftliches Schreiben ganz leicht: Kusch mit dem Fachchinesisch!

Wissenschaftliches Schreiben und Arbeiten ist keine esoterische Geheimwissenschaft. Es folgt Regeln und Prinzipien, die im Grunde ganz einfach sind. Wer diese kennt und richtig anwendet, muss sich nicht mehr vor dem strengen Blick seines Professors fürchten. Ein Plädoyer.

„Sie müssen sich vorstellen, Herr Mark, dieses Wort hing völlig in der Luft!“ Ich erinnere mich noch genau an die Aufregung, mit der mir mein Bekannter, ein gewisser Herr Hartmuth, seine Begegnung mit zwei Studenten geschildert hat, die in den 50ern damals in seinen Buchladen hineinspazierten.

Als die Glocke klingelte, blickte er von seiner Inventurliste auf und sah in zwei gerötete Gesichter. Sie erkundigten sich etwas schüchtern nach dem Hauptwerk eines Philosophen, der seinerzeit der Dieter Bohlen im deutschsprachigen Raum gewesen war.

„Tut mir leid, aber ich fürchte, Sie müssen morgen wiederkommen“, entgegnete Herr Hartmuth, als er aus dem Lager zurückkehrte, denn das Buch war völlig vergriffen.

Die Philosophiestudenten aber ließen sich nicht gleich abwimmeln: Ob sie es nicht irgendwie früher in die Hände bekommen könnten? Die Vorlesung würde nämlich morgen schon losgehen! Ließe sich da nicht irgendwie irgendwas machen?

Zugegeben, Herr Hartmuth war beeindruckt, nicht nur von der überraschenden Hartnäckigkeit, sondern auch von dem Philosophen, dessen Bücher besser gingen als Bonbons im Kindergarten.

„Gut, gut“, hob er beschwichtigend seine Hände. „Wenn ihr heute noch kurz nach 7 vorbeikommt, kann ich euch zwei Exemplare geben, denn dann bekomme ich die Lieferung für morgen. Klopft einfach mit einer Münze an die Fensterscheibe, und ich gebe euch euer Buch heraus.“

Ein gefürchteter Monstersatz

Die Studenten bedankten sich händeschüttelnd und wünschten ihrem Retter noch einen schönen Tag. Am Abend allerdings war weit und breit keine Spur von ihnen, und Herr Hartmuth nahm, nachdem er 15 Minuten vergeblich gewartet hatte, ein wenig verärgert die beiden Bücher zu sich nach Hause mit. Während er schon an seinem Pfefferminztee schlürfte, blätterte er neugierig durch den Text und staunte nicht schlecht. Auf den dicht bedruckten Seiten über Wissenschaft und ihre Theorie reihten sich Sätze aneinander, die manchmal sogar über eine ganze Seite gingen. Auf einer einzigen Seite ein ganzer Satz!

Und das ist heutzutage das Nonplusultra der Wissenschaft? Während Herr Hartmuth ungläubig weiterlas, wurde er das Gefühl nicht los, dass viele Sätze schlichtweg falsch waren. Sie waren grammatisch falsch. Aber weil sie sich über zentimeterlange Absätze hinwegzogen, vergaß man am Ende bereits, wie der Anfang gelautet hatte, und es ging unbemerkt im Wortschwall des Autors  unter.

„Na, das schauen wir uns an!“, rief der Bücherfreund aus und wagte etwas, was wohl keinem Professor auf der Höhe seines Katheders je einfallen würde: Er nahm einfach einen Satz heraus und schrieb ihn Wort für Wort untereinander auf, um ihn näher zu beleuchten. Er führte eine klassische Satzanalyse durch.

Am nächsten Morgen, als der Gruß der beiden Studenten ihn wieder hinter der Theke hervorholte, zeigte er ihnen das Resultat: Dieser eine Satz, den er abends zuvor zerlegt hatte, ergab einfach keinen Sinn – ein Wort hing sogar völlig in der Luft! Und wegen so etwas das ganze Tamtam?

„Also wenn das Wissenschaft ist, und auch noch der letzte Schrei auf den Unis, dann Herr Mark, dann weiß ich auch nicht mehr …“, schloss Herr Hartmuth seine Anekdote ab und schenkte mir kopfschüttelnd frischen Tee nach.

Was heißt „wissenschaftlich“?

Aber was ist es eigentlich, das wissenschaftliches Schreiben ausmacht? Wie kannst du sichergehen, dass das, was du geschrieben hast, „wissenschaftlich“ ist? Worauf musst du besonders achten, wenn du einen wissenschaftlichen Text verfasst?

Als Lektor für wissenschaftliche Abschlussarbeiten werde ich immer wieder mit diesen Fragen konfrontiert. Deshalb habe ich in meinem Buch “Wissenschaftliche Arbeiten endlich fertigschreiben” eine ganz einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung erstellt, mit der jeder in 8 Schritten zügig und ohne Probleme seine Bachelor- oder Masterarbeit fertigschreiben kann.

Doch wie funktioniert “wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben” nun wirklich, in aller Kürze erklärt? Das kleine Wort „eigentlich“ deutet bereits auf die Lösung hin. Wenn du dir nämlich klar vor Augen stellst, welche Absicht du beim Schreiben verfolgst, dann beantworten sich die Fragen, die zwischen dir und der Abgabe deines Textes stehen, fast wie von selbst.

Beim Schreiben von wissenschaftlichen Texten geht es darum, Erkenntnisse zu einem bestimmten Thema zu vermitteln. Mit dem Anwachsen deiner Semesterzahl stellt dich dein Studium immer wieder vor die Aufgabe, wissenschaftliche Arbeiten zu verfassen, spätestens wenn deine Bachelorarbeit auf dem Programm steht. Auf dreißig Seiten oder mehr musst du dich mit einer konkreten Fragestellung auseinandersetzen und eine Arbeit abgeben, die dem strengen Blick deines Betreuers standhält.

Zwei Prinzipien sorgen dafür, dass deine wissenschaftliche Arbeit den „Test“ besteht. Wenn du dich an diese beiden Prinzipien hältst, dann kannst du erleichtert aufatmen: Dein Endprodukt wird deinem Betreuer ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Diese beiden Prinzipien sind gedankliche Klarheit und sprachliche Prägnanz.

Gedanklich klar schreibst du, wenn du deinem Text eine logische Struktur verleihst, deine Behauptungen durch Belege stützt und deine Argumentation schrittweise entfaltest. Sprachliche Prägnanz dagegen erreichst du, wenn du treffende Ausdrücke wählst, kurze Sätze bildest und die häufigsten Stilfehler vermeidest, die viele wissenschaftliche Arbeiten verunstalten.

In den nachfolgenden Artikeln erkläre ich dir die konkreten Schritte, die dich zu einer solchen Arbeit führen. Dann wirst du sehen, dass wissenschaftliches Schreiben dem gesunden Menschenverstand gehorchen kann, wenn du ihn nur zu Wort kommen lässt. Lass dich bis dahin nicht durch überlange Satzkonstruktionen beeindrucken, für die vor allem die deutsche Sprache berüchtigt ist. Und auch die unnötig vielen Fremdwörter sollen dich nicht verwirren! Genau wie Herr Hartmuth den Philosophen zerlegt hat, genauso werden wir gemeinsam das wissenschaftliche Fachchinesisch in ein ABC übersetzen, das jeder „normale“ Mensch verstehen kann und verstehen wird.

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden, um sie darauf aufmerksam zu machen, dass sich bald keiner mehr die Haare ausraufen muss. Schreibe mir unterhalb des Artikels einen kurzen Kommentar dazu, wie es dir mit dem “Fachchinesisch” auf der Uni geht! Verstehst du die Texte, die du lesen musst? Kannst du den Erklärungen deiner Professoren folgen oder sind sie zu hoch für dich? Fällt es dir leicht, dich “wissenschaftlich” auszudrücken! Ich freue mich auf deine Rückmeldung! 

Wenn du dann deine Bachelor- oder Masterarbeit zu Ende gebracht hast und dir wünschst, dass sie frei von Fehlern, sprachlich perfekt und allen Kriterien der Wissenschaft angemessen ist, dann klicke jetzt HIER und fülle das Kontaktformular aus – ich werde mich so bald wie möglich für ein Lektorat deiner Arbeit bei dir melden.

Quellen: https://www.amazon.de/Wissenschaftliche-Arbeiten-endlich-fertigschreiben-Bachelorarbeit-ebook/dp/B01ATZINY0/ref=sr_1_20?ie=UTF8&qid=1502983852&sr=8-20&keywords=bachelorarbeit+schreiben

 

 

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