Wie du Prüfungsstress und Lernfrust hinter dir lässt – Der praktische Weg zum Lernflow

Die Magie des Flow – sie kann die Art und Weise, wie du lernst, für immer verändern. Finde heraus, wie du diesen einzigartigen Glückszustand, in dem du in Topform bist und beim Lernen zügig vorankommst, bewusst herbeiführen kannst. So wird der Gang zur Bibliothek nie wieder zur Qual.

Warum stehen viele Studierende bereits um halb 7 auf? Weil um halb 8 Uhr der Billa zusperrt. Was für ein Schenkelklopfer! Klischees wie dieses und andere halbwahre Mythen aus den Medien zeichnen das Bild des typischen Studenten, über das viele, meist Nichtstudierte, nur Schlechtes sagen können. Faul ist er, unmotiviert und arbeitsscheu – und lebt auch noch von unseren Steuergeldern! Wer aber spätestens seit der Umstellung auf Bachelor- und Masterstudien und der Einführung der STEOP ein Studium inskribiert hat, weiß ganz andere Lieder anzustimmen. Der Arbeitsaufwand auf der Uni nämlich unterscheidet sich von den Lernsessions für die Matura mindestens so sehr, wie ein Morgenlauf von einem Marathontraining.

Viele brauchen meist mehrere Anläufe, um die ersten Prüfungen zu meistern, und geben sich gleich am Anfang geschlagen. Die ungewohnte Selbstständigkeit, mit der man sich um Semesterplanung und Studienorganisation kümmern muss, bereitet Frust und Kopfzerbrechen. Darüber habe ich auch ausführlich in meinem Buch “Studieren mit Grips” geschrieben. Der ausufernde Lernstoff scheint kein Ende zu nehmen. Und das Lernen für die Prüfungen nimmt ganz unerwartete Dimensionen an.

Kein Wunder also, dass viele sich überfordert fühlen, ihre Prüfungen vor sich herschieben und nicht sehr zügig vorankommen. Aber was kannst du dagegen tun? Wie gelingt es, in das Lernen hineinzukommen? Eine gewisse Routine zu entwickeln? Wie kannst du wieder an die Erfolgserlebnisse anschließen, die du noch von der Schule her kennst?

Eine neue (alte) Welt des Gelingens und Genießens

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Kannst du dich noch erinnern, wie du als kleines Kind mit deinen Spielsachen gespielt hast? Während du ein Legosteinchen auf das andere gesetzt hast, um deine Burgen und Schlösser zu bauen, hast du nicht selten die Stimme deiner Mutter überhört. Zum dritten Mal schon hat sie zum Essen gerufen. Du warst so sehr in dein Spiel vertieft, dass du für kurze Zeit in einer völlig anderen Welt warst. Doch auch Jahre später noch wirst du mindestens ein oder zwei Gelegenheiten nennen können, in denen du Ähnliches erlebst. Du liest ein fesselndes Buch und kannst es gar nicht mehr aus der Hand legen. Du gehst Laufen und klinkst dich für eine halbe Stunde aus deinem Alltag aus. Oder du spielst ein Instrument und konzentrierst dich ganz auf die Musik.

Wenn dieses aufregende Phänomen sich bemerkbar macht, scheint die Zeit plötzlich zu verfliegen. Am liebsten möchtest du niemals mit dem, was du tust, aufhören. Obendrein läufst du auch noch zu körperlicher oder geistiger Hochform auf. Wenn der Alltag und die Routine wieder an die Türe klopfen, schreckst du aus Spiel oder Sport wieder auf und musst dich den unangenehmen Dingen zuwenden, die dich nur müde, frustriert und verärgert machen.

Der Psychologe Mihaly Csikszentmihaly hat im Laufe seiner Forschungen einen Namen für diesen außergewöhnlichen Zustand gefunden: Flow. Wenn du in deinem Handeln vertieft bist und dabei die Zeit vergisst; wenn du das Gefühl hast, dass alles wie von selber läuft, ähnlicher einem Spiel als irgendeiner Arbeit oder Anstrengung; dann weißt du: Du bist im Flow. Es fließt dahin, die Tätigkeit läuft wie von alleine und du scheinst nicht mehr du selbst zu sein. Das alles geschieht im Flow mit dir.

Aber was hat das Lernen für deine Uniprüfungen mit Flow zu tun? Das ist schnell erklärt: Auch das Lernen kann im Flow erfolgen! Wenn du weißt, wie du dich verhalten musst, um diesen Zustand zu erreichen, dann können sich Prüfungsfrust und Lernstress in Flow verwandeln – dann segelst du in eine neue Welt des Gelingens und Genießens!

Die 3 Bedingungen, um in den Flow zu gelangen

Der Schlüssel, um sich den Zugang zum Flow-Erleben erschließen zu können, lässt sich im Prinzip auf ein Wort reduzieren: Konzentration. Ja, Aufpassen lohnt sich, und gleich wirst du auch erfahren, warum. Also: Alle Ablenkungen wie Facebook, Handy oder den quasselnden Fernseher im Hintergrund abdrehen, damit du störungsfrei lernen kannst. Wenn wir uns nämlich bewusst auf eine Sache konzentrieren und alle anderen Dinge ausblenden, dann treten wir ein in eine neue Welt, in der nur noch das, was wir gerade tun, von Bedeutung ist – genauso wie es sein sollte!

Um in den Flow-Zustand zu gelangen und dadurch effektiver lernen zu können, ist es wichtig, dass deine Fähigkeiten den Anforderungen entsprechen. Flow entsteht auf dem schmalen Grat zwischen Langeweile und Unterforderung auf der einen sowie Angst und Überforderung auf der anderen Seite. Das lässt sich sehr gut in dem folgenden Diagramm erkennen:

Wenn deine Fähigkeiten den Anforderungen der Lernaufgabe angemessen sind, gelangst du in den Flow.

Quelle: http://1.bp.blogspot.com/_EsHxaDNKuPQ/TKr-zUJLdMI/AAAAAAAACo8/ZlciFfm84yY/s1600/Flow%25201%5B1%5D.jpg

Wenn du also den Prüfungsstoff als zu schwer empfindest, dir die Anforderungen demnach zu hoch erscheinen, dann kriecht die Angst in deinen Bauch. Frust macht sich breit, denn du siehst es schon kommen, wie du bei der Prüfung durchfallen wirst und deine Bemühungen scheinbar umsonst waren. Unterfordert und gelangweilt dagegen bist du, wenn die Aufgabe zu leicht ist und du dich kaum anstrengen musst. Dazu gratuliere ich dir natürlich herzlich, wenn dein Unialltag wirklich so aussehen sollte. Schon mal an ein Zweitstudium gedacht?

Der springende Punkt jedoch ist nicht die Schwierigkeit der Aufgabe oder wie hoch deine Fähigkeiten sind: Der springende Punkt ist, dass du es dir zutraust, sie bewältigen zu können. Denn die Wahrheit ist, dass du alles lernen kannst, was du wissen und können musst, wenn du Vertrauen in deine Fähigkeiten hast. Auch wenn sie im Moment noch verbesserungswürdig sind, mit jeder Aufgabe, die du löst, mit jeder Prüfung, die du bestehst, wächst deine Kompetenz. Was du daher anfangs für unmöglich gehalten hast, entpuppt sich im Nachhinein als Aufwärmübung.

Weitere Voraussetzungen für Flow sind klares Feedback und unmittelbare Rückmeldungen. So wie ein Tennisspieler, der den Ball über das Netz spielt und sieht, wie es ihm gelingt, ihn zu treffen und auf das gegnerische Feld zu befördern, so musst auch du erkennen können, ob du gerade tust, was die Aufgabe von dir erfordert.

Wenn du dir den Stoff durchliest und ihn wiedergeben kannst: fein! Wenn du die Rechnung löst und du siehst, dass das Ergebnis stimmt: super! Wenn du den Probefall durchgehst und das Gesetz, das du darauf anwendest, auch passend ist: Mach den Sekt auf! Oder nein, warte noch auf das Ergebnis! 😉

Die 4 wunderbaren Folgen von Flow

Wenn du dich also beim Lernen konzentrierst, dir zutraust, dass du mit deinen Fähigkeiten der Aufgabe gewachsen bist, und an unmittelbaren Rückmeldungen erkennst, dass du sie lösen und dir den Stoff auch aneignen kannst, gelangst du in den Flow. Und wie sich das zeigt, ist echt unglaublich:

  1. Dein Bewusstsein verschmilzt mit der Handlung. Du vergisst dich selbst und alles um dich herum.

  2. Du gehst voll und ganz in der Tätigkeit auf. Du hast das Gefühl, ganz „drinnen“ zu sein.

  3. Dein Zeitgefühl verändert sich. Plötzlich vergeht die Zeit nicht mehr so zäh wie ein Kaugummi, sondern scheint zu verfliegen, denn wenn du auf die Uhr schaust, bist du überrascht, wie lange du eigentlich schon durchgehalten hast.

  4. Die Tätigkeit wird ihr eigener Lohn – du willst am liebsten gar nicht mehr damit aufhören.

Ja, du hast richtig gelesen. Wenn du im Flow bist, kann es leicht möglich sein, dass du mit dem Lernen gar nie aufhören möchtest. Was du bislang wie die Fliegen das Spinnennetz verabscheut hast, erfährst du als etwas, das dir mit einem Mal Freude bereitet.

Deshalb spricht man in der Psychologie beim Flow auch von einer optimalen Erfahrung. Man ist zielgerichtet und fokussiert, und das ist einem auch von außen anzusehen. Im Film „The Social Network“ zum Beispiel meint Jesse Eisenberg in der Rolle des Mark Zuckerberg häufig, man soll seine Programmierer nicht bei der Arbeit stören, sie seien gerade „im Tunnel“.

Dieser Tunnelblick kann sich überall einstellen, wo du dich in eine herausfordernde Aufgabe vertiefst und voll hineingehst. Er bringt dich nicht nur schneller voran, sondern ist fast wie ein Sog, der dich in die Tätigkeit hineinzieht.

Der praktische Weg zum Lernflow

Das nächste Mal also, wenn du dich vor den Prüfungen wieder in der Bibliothek einsperrst, achte darauf, folgende Voraussetzungen zu schaffen. So wie du Schreibzeug und Unterlagen herrichtest oder die nächste Koffeintablette einwirfst, musst du dafür sorgen, dich auf den Flow einzustimmen – und er wird kommen, so sicher, wie der Weihnachtsmann, der beim Schornstein hereinklettert!

  1. Konzentriere deine gesamte Aufmerksamkeit auf das Lernen. Schalte alle Ablenkungen wie Facebook, Handy, usw. ab. Es mag zwar anfangs schwieriger sein, als es klingt, aber du wirst merken, dass die Erfahrung des gerichteten Fließens, die du dabei hervorrufst, im Gegenteil sehr angenehm ist.

  2. Stimme deine Fähigkeiten auf die Anforderungen ab! Wenn es dir schwerfallen sollte, den Stoff in einer Woche durchzunehmen, dann teile ihn auf eineinhalb oder zwei Wochen auf. Wenn dir der Stoff zu komplex ist, dann fasse ihn in eigenen Worten zusammen, sodass du ihn leichter verstehen kannst. Hast du jedoch das anhaltende Gefühl, dass Quantenphysik oder Steuerrecht dir trotz aller Bemühungen niemals Spaß machen können, dann ist es sicher nicht verkehrt, wenn du studientechnisch umsattelst – auf ein Studium, das deinen echten Fähigkeiten und Interessen entspricht! Was man gerne tut, das macht man auch gut, sagt das Schweinchen in der Werbung. Und wir können nur das gut machen, wozu wir uns von uns aus hingezogen fühlen.

  3. Lege dir klare Ziele fest, die dir ein Feedback geben können! Also zum Beispiel: heute fünf Seiten lernen oder drei Rechnungen oder zwei Fälle lösen, usw. Du musst erkennen können, dass du auf deinem Gebiet vorankommst, und dafür brauchst du diese Pfeiler, die du dir selber in den Boden rammst.

Du siehst, wenn du dir im Vorfeld überlegst, wie du das Lernen richtig angehen kannst, ersparst du dir sehr viel Nerven. Und nicht nur das: Das Nützliche wird plötzlich angenehm. Und somit gewinnst du doppelt!

Wenn du wissen willst, wie du diese und andere Tipps und Tricks nützen kannst, um dich zum Lernen zu motivieren, deine Prüfungen im Studium zu meistern und nur noch Bestnoten zu schreiben, dann hole dir JETZT mein Buch “Studieren mit Grips“!

Quellen: https://www.amazon.de/Flow-Geheimnis-Gl%C3%BCcks-Mihaly-Csikszentmihalyi/dp/3608948201/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1502982315&sr=1-1&keywords=flow

http://www.centered-learning.de/schneller-lernen-im-flow/

https://www.amazon.de/Studieren-Mit-Grips-Motivation-erfolgreich/dp/1530097045/ref=sr_1_16?ie=UTF8&qid=1502982560&sr=8-16&keywords=bestnote

http://1.bp.blogspot.com/_EsHxaDNKuPQ/TKr-zUJLdMI/AAAAAAAACo8/ZlciFfm84yY/s1600/Flow%25201%5B1%5D.jpg

 

 

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  2. […] vor der du dich Stunden um Stunden geziert hast. Indem du dich konzentrierst, gelangst du in den Zustand des Flow, und dieser lässt dich die Zeit vergessen, die sonst unerträglich lang geworden […]

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